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Skelex ErgoScan KI für ergonomische Beurteilung

  • vor 16 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Manager für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE) nutzen verschiedene Analysemethoden zur Beurteilung von Risiken für Muskel-Skelett-Erkrankungen. Skelex ErgoScan AI ist ein Softwaretool, das videobasierte ergonomische Analysen für Arbeitsumgebungen ermöglicht. Die in Zusammenarbeit mit Wearhealth entwickelte Anwendung dient der Bewertung physischer Risiken und unterstützt datengestützte Entscheidungen zur Verletzungsprävention.



Hier ein objektiver Blick auf die Methodik, die Interventionsstrategien und die Datenschutzparameter des Tools.


Methodik der videobasierten Analyse

Die WearHealth-Anwendung nutzt ein einzelnes aufgezeichnetes Video einer bestimmten Aufgabe, um ihre ergonomische Risikobewertung durchzuführen.


  • Tracking und Berechnung: Die KI verfolgt die Gelenkpositionen Bild für Bild und berechnet spezifische Haltungswinkel sowie die gesamte Belichtungszeit in diesen Positionen.


  • Standardisierte Bewertung: Auf Basis der Bewegungsdaten generiert das System einen RULA-Score (Rapid Upper Limb Assessment), der zwischen 1 und 7 liegt, um den Schweregrad des Risikos zu quantifizieren.


  • Regulatorische Ausrichtung: Die Winkelschwellenwerte der Software sind an etablierten Normen ausgerichtet, insbesondere an ISO 11226 für statische Körperhaltungen und EN 1005-4/5 für Körperhaltungen und Wiederholungen im Umfeld von Maschinen.


  • Analyseumfang: Das System analysiert statische Körperhaltungen und repetitive Bewegungen anhand der Körperhaltung und der Benutzereingaben. Es schätzt nicht die vom Arbeiter ausgeübten physischen Belastungen oder Kräfte ein.




Risikominderung und Geräteintegration

Im Anschluss an die Videoanalyse liefert die Software eine Liste potenzieller Lösungskategorien, die darauf abzielen, das Verletzungsrisiko gemäß der festgelegten Hierarchie der Kontrollmaßnahmen zu reduzieren.


Wenn die Hierarchie auf einen Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung oder mechanischen Eingriffen hinweist, hebt der Bericht Exoskelett-Optionen von Skelex hervor, um die Belastung von Rücken, Schultern oder Armen zu reduzieren.


  • Mechanische Unterstützung: Exoskelette werden empfohlen, um Gewicht zu verlagern und Gelenke bei körperlich anstrengenden Arbeiten zu stabilisieren, um die Muskelermüdung zu minimieren.


  • Zertifizierung und Kostenerstattung durch Dritte: Als anerkannte Präventionsmaßnahme wurden die Produkte von Skelex vom Fraunhofer-Institut zertifiziert. Da sie zudem aktiv Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen, werden ihre Kosten von mehreren Krankenkassen erstattet.


  • Gezielte Lösungen: Basierend auf den genauen Risikoanalysen werden spezifische Exoskelett-Modelle empfohlen. Beispielsweise eignet sich das Skelex 360 für Arbeiten über Kopfhöhe, während das Skelex Edge bei Rückenbeschwerden durch tiefes oder wiederholtes Bücken eingesetzt wird. Das Skelex Neck hingegen wird bei Überlastung der Arbeitsfläche verwendet.


  • Hintergrund der Entwicklung: Die Basistechnologie für diese Exoskelette entstand an der Technischen Universität Delft und wurde anschließend in Zusammenarbeit mit TNO, der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung, weiterentwickelt.



Datenschutz- und Implementierungsleitfaden

Die Integration von Videoanalysen in den Arbeitsalltag erfordert die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und ein klares Verständnis des Verwendungszwecks des Tools.


  • Datenschutzmaßnahmen: Die WearHealth-Plattform ist vollständig DSGVO-konform. Videos werden ausschließlich zur Haltungsanalyse verarbeitet; Gesichter und andere personenbezogene Daten werden automatisch unkenntlich gemacht, und die resultierenden Daten werden unter anonymisierten IDs gespeichert.


  • Fachliche Überprüfung: Die ErgoScan-App erstellt automatisch eine Momentaufnahme, die lediglich zu Orientierungszwecken dient. Alle Ergebnisse sollten von einem HSE-Manager oder einem zertifizierten Ergonomieexperten unabhängig geprüft werden, bevor bauliche oder verfahrenstechnische Änderungen am Arbeitsplatz umgesetzt werden.


  • Nutzungsbeschränkungen: Das Tool ist ausdrücklich für die Sicherheits- und Risikobewertung konzipiert und darf nicht zur Überwachung der Mitarbeiterleistung oder für Disziplinarmaßnahmen verwendet werden.

 
 
 

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